Martin Rost
Publikationen

Digitalfunksignale im Amateurfunk


Artikel 6: Installation und Betrieb des CW-Skimmers


Martin Rost
https://www.maroki.de/pub/technology/digidecode/digidecode.html
Kontakt: 13LMR1@webDLT.de (entferne/delete DLT)
Version: 1.1, 2017/01

  • Ergänzung 2017-0129: Hinweis auf Vorteile der Virtualisierung: Jedes Amateurfunkband in einer eigenen VM (VM-Applikationsbeispiel: Virtualbox)





CW-Skimmer: Morsecode-Dekodierer
In diesem Artikel werden Kenntnisse zum Dekodieren der im Amateurfunk genutzten Digimodes wie JT und PSK, die Nutzung von HDSDR und SDRs sowie die Installation einer virtuellen Audioschnittstelle (wie VBA, VBC) vorausgesetzt. Falls Ihnen diese Themen wenig sagen, finden Sie hier erläuternde Informationen.

Dieser Artikel befasst sich mit dem Programm CW-Skimmer. CW-Skimmer kann Morsesignale automatisch dekodieren und die Rufzeichen, mittels des zusätzlich zu installierenden Programms CW-Reporter, an den PSK-Reporter melden. Der CW-Skimmer kostet 94 Euro (Stand: 2017-01), man kann es vorher 30 Tage lang testen. Ich setze voraus, dass ein KW-fähiger SDR (wie z.B. mindestens ein RTLSDR mit Upconverter, besser: FiFi, Pappradio, FunCubePro) vorhanden ist. Ein einfaches KW-Radio reicht leider nicht, wohl aber ein Amateurfunk-Receiver mit CAT-Steuerung. Ich setze auch voraus, dass die SDR-Steuerungssoftware HDSDR installiert ist und bereits benutzt wurde und alles bereits einwandfrei funktioniert. Sollten Sie ein anderes Steuerungsprogramm nutzen, bspw. SDR#, dann lohnt die Lektüre trotzdem, weil die Logik dessen was zu tun ist, ja bleibt. Jeder SDR, der sich mit HDSDR steuern lässt, sollte mit dem CW-Skimmer funktionieren. Wenn das Dekodieren von JT- und PSK-Signalen mittels SDR und virtuellen Audioschnittstellen funktioniert, ist das Aufsetzen des CW-Skimmers, inklusive des Einmeldens der dekodierten Rufzeichen der Stationen an den PSK-Reporter, keine großes Problem mehr.

Wer sich zum Einstieg erst einmal besonders mit den Einstellungen des CW-Skimers vertraut machen möchte, dem sei das ausgezeichnete, sogar ins Deutsche übersetzte, Handbuch zum CW-Skimmer zu lesen empfohlen (Download CW-Skimmer-Handbuch). Kopieren Sie es sich herunter. Sie bekommen alles auch ohne dieses Handbuch ans Laufen, aber im Laufe der näheren Beschäftigung kommt man kaum umhin, dort mal hineinzusehen. Hier steht das Ingangbringen und Zusammenspielen der verschiedenen Komponenten im Vordergrund. Vielleicht lesen Sie sich zunächst einmal den Text insgesamt durch, um sich einen Gesamteindruck des Vorhabens zu verschaffen.

Die nachfolgend aufgelisteten Programme müssen aus dem Internet geladen und nacheinander installiert werden.

Als erstes sollten Sie eine virtuelle serielle Schnittstelle installieren, Sie brauchen diese zur Steuerung des CW-Skimmers mittels HDSDR. Die Konfiguration gestaltete sich bei mir hakelig. Ich war anfangs an die kommerzielle Demoversion des virtuellen Schnittstellensprogramms VSPD geraten, dessen Funktion mir flotter als bei den anderen einleuchtete. Erst danach war mir klar, wie sich auch das kostenlose Programm VSPE (nur die 32-Bit-Version) einsetzen lässt. Ich stelle nachfolgend die Konfiguration von VPSE vor. Wenn die Konfiguration mit diesem Programm nicht klappen sollte, versuchen Sie es mit der Demoversion von VSPD. Und wechseln anschließend vielleicht doch zu VSPE. Womit ich mich zu lange und am Ende ohne Erfolg abgeplagt hatte war das Programm "Free Virtual Serial Ports" (https://freevirtualserialports.com/). Sollten VSPD und VDPE nicht funktionieren, ist FVSP vielleicht doch noch einen Versuch wert.

Bevor es los geht, möchte ich erst noch meinen Dank an Alan entrichten. Diese Beschreibung der Kopplung von HDSDR und CW-Skimmer basiert auf der Anleitung von Alan (G4ZFQ), die ich mich hier stellenweise stütze. Ohne seine Anleitung hätte ich das Problem, den CW-Skimmer und PSK-Reporter zusammen zu bringen, wohl nicht gelöst bekommen. Es sind zuviele Parameter, an denen man unverständig drehen kann. Ich hatte viele Stunden mit den Konfigurationen zugebracht, zwar mit Erfahrungszugewinnen, aber ohne Erfolg. Obwohl die Kopplung zwischen dem FDM-S1/S2 und dem CW-Skimmer schnell funktionierte und mir die Zusammenhänge eigentlich klar waren. Dachte ich. Der anfängliche Erfolg mit dem FDM-S1 ließ mich anhaltend optimistisch bleiben. Sollte diese Anleitung Sie nicht zum Erfolg führen, macht es guten Sinn, noch mal bei Alan zu lesen. Allerdings bietet mein Text an den von mir identifizierten neuralgischen Stellen eine zusätzliche Hilfe. Ich hatte mich zunächst nicht genau genug an das gehalten, was bei Alan stand und er mit guten Gründen genau so empfahl.

VSPE: Installation und Konfiguration


VSPE: Connector einrichten
Die CAT-Schnittstelle an Funkgeräten dient dazu, PCs und Funkgeräte miteinander zu verbinden. Die Verbindung wird typischerweise über die serielle Schnittstelle "RS232" am PC und am Funkgerät hergestellt. Per CAT-Verbindung lassen sich viele Arbeitsvorgänge im Funkbetrieb am PC automatisieren, so bspw. die Überwachung von Frequenzen oder die Alarmierung beim Auftauchen vorher festgelegter Rufzeichen. Diese seriellen Ports an den PCs sind vor vielen Jahren durch die USB-Schnittstelle ersetzt worden. Moderne SDRs verfügen deshalb nicht über diese seriellen Schnittstellen. SDRs sind zur Steuerung, und meist auch zur Übergabe des Audiosignals, typischerweise über USB-Schnittstellen angekoppelt. In unserem vorliegen Fall ist der Zugang zum SDR bereits per HDSDR-Software vorhanden, so dass wir das Programm HDSDR dazu bringen müssen, das Programm CW-Skimmer über die in beiden Programmen vorhandene CAT-Schnittstelle, auf der Grundlage einer Simulation virtueller Schnittstellen, zu steuern.


VSPE: Splitter definieren
Installieren Sie das Programmpaket von VSPE.

Nach dem Programmstart - ich starte es bislang immer mit Administratorrechten - wollen Sie zunächst einen "Connector" (virtuellen seriellen Port) einrichten (in der Beispielgrafik lautet dieser: "COM2"). Nachdem der Connector eingerichtet wurde, wollen Sie einen weiteren Port erstellen, der nun als "Splitter" funktionieren soll (Beispielgrafik: "COM3"). Einer der beiden Ports ist dann HDSDR, aus HDSDR heraus, zuzuordnen und der andere Port ist CW-Skimmer, über das Programm Omni-Rig - dazu kommen wir gleich weiter unten - zuzuordnen. Ich habe gleich zwei solcher virtuellen seriellen Verbindungen hergestellt, weil ich zwei Instanzen von CW-Skimmer gleichzeitig auf meinem PC laufen lassen möchte. Sie brauchen dagegen für die ersten Tests nur eine Verbindung, typisch "COM2<->COM3" einzurichten. Laden Sie sich bei ersten Versuchen nicht zuviel Komplexität durch zuviele Parameter auf. Ich habe die Screenshots für diesen Artikel aus dem aktuell laufenden Betrieb gemacht, und hoffe, dass der zusätzliche Port/Splitter Sie nicht verwirrt.

Wie gesagt ich rufe das Programm als Administrator auf. Ob das wirklich nötig ist, weil der Systemeingriff möglicherweise so tief "hardwarenah" im Betriebssystem erfolgt, weiß ich nicht. Aus Sicherheitsgründen ist es natürlich fragwürdig, einem Programm, das auch noch dem Datenfluss dient, ein solches Privileg einzuräumen. Am Ende vieler vergeblicher Versuche lädt man sich ja gern ein wenig Magie auf und vermutet Zusammenhänge bei denen vielleicht gar keine sind. Sollte es mit VSPE nicht funktionieren, könnten Sie auch ein alternatives kommerzielles Programm VSPD (Download, 14-Tage-Demoversion) ausprobieren. Dieses Programm hatte ich als erstes ausprobiert, hatte damit auch alles wie gewünscht ans Laufen gebracht und war erst dann auf das alternative, und für die Anforderungen vollkommen ausreichende, kostenlose VSPE in der 32-Bit-Version gestoßen.


VSPE: Funktionierende
Connectoren COM2->COM3
(Vorrat: COM4->COM5)
Die Erstellung der Ports durch VSPE dauert eine Weile. Am Ende des Einrichtungsvorgangs beruhigt das Programm mit einer Bestätigung des gewählten Schnittstellentyps ("Device") sowie einer "OK"-Meldung in der "Status"-Spalte. Wenn das der Fall ist, kann man das Programmfenster minimieren, die serielle Schnittstelle ist eingerichtet.

Aprospos Platz: Sollten Sie es noch nicht getan haben, dann installieren Sie sich spätestens jetzt Software für virtuelle Desktops. Unter Windows7 gefällt mir "Dexpot" als virtueller Desktop sehr gut. Sie können mit Dexpot mehr als vier virtuelle Desktops einrichten und, was ich schon ein paar genutzt habe, Sie können laufende Programme von einem virtuellen Desktopfenster in ein anderes Desktopfenster verschieben. Sie brauchen jede Menge Platz auf Ihrem Bildschirm für SDR-Steuerungsprogramme, die verschiedenen Dekodierer (neben CW-Skimmer typisch WSJT-X, fldigi) und zumindest einen Webbrowser zur PSK-Reporter-Kontrolle.

Und noch einmal aprospos Platz (Nachtrag): Inzwischen habe ich Erfahrungen mit der Nutzung eines virtuellen Systems gesammelt. Die Konfiguration sieht dabei wie folgt aus: Als Virtualisierungssoftware nutze ich Virtualbox (Download / Konfigurationsanleitung), in der eine Windows7-Maschine als Gast auf einem Windows7-Host läuft. Dabei nutze ich pro Amateurfunkband eine virtuelle Maschine (VM). Ich habe die erste VM optimal mit allen relevanten Programmen speziell für das Dekoden der AFU-Bänder eingerichtet und diese VM anschließend ein Mal geklont. 2 AFU-Bänder lass ich in VMs laufen, ein AFU-Band auf dem Host. Die Verwendung von VMs hat verschiedene Vorteile: 1. Man kann das Dekodieren eines Bands neu aufsetzen, wenn irgendwas bei der Konfiguration grundlegend schlecht lief, ohne deshalb die anderen, bereits laufenden AFU-Band-Dekodierer in Mitleidenschaft zu ziehen. 2. Es ist angenehm, dass man eine VM im letzten Betriebsmodus beim Runterfahren einfrieren kann, was die Konfigurationen der Programme beim nächsten Start beschleunigt. 3. Es ist ganz leicht geworden, andere Rechner - z.B. den feinen Laptop der Tochter - auszuleihen und mal in eine AFU-Digimodes-Dekodiermaschine umzuwandeln.

Eine W7-VM kommt dabei mit einer eigenen virtuellen 30GB-Festplatte (auch 25GB bieten noch genügend Reserve für Logs und weitere Programme, die vielleicht zusätzlich zu installieren sind), 2GB RAM und 2 CPUs aus. Bei Vollbetrieb auf dem 40m-Band (HDSDR, CW-Skimmer, JT9/JT65, PSK31/PSK63/RTTY-Dekodierung an einem oder zwei SDRs) wird auf einem i7/3680/8-Kerne/40GB-RAM-PC etwa 70% Last innerhalb der VM erzeugt und etwa 25% Last auf dem Host. Insofern können auf einem solchen Rechner 3 AFU-Bänder parallel dekodet werden, ohne vollends in die Begrenzung des PCs zu fahren. In jeder VM stehen sämtliche virtuellen Audioschnittstellen zur Verfügung, allerdings braucht man pro VM eine Betriebsystemlizenz. Alles was in diesem Artikel beschrieben ist, kann sowohl innerhalb einer VM oder auf einem einzelnen Rechner gestartet und eingerichtet werden. Das gilt bspw. auch für den virtuellen Desktop Dexpot, der innerhalb einer VM genutzt werden kann und auch sollte. Ich benutze Dexpot außerdem auf dem Host-System, in zwei der vier virtuellen Desktops läuft eine VM, im dritten Desktop wird auf dem Host dekodiert, im vierten Desktop mache ich die üblichen PC-Aktivitäten und es läuft der Webbrowser, mit dem ich den PSK-Reporter beobachte.

Damit ein SDR jeweils einer VM zugeordnet werden kann, muss man von der VM aus das USB-Gerät festlegen, auf das allein das Steuerungsprogramm dieser VM zugreifen können soll. Natürlich sind noch die Gasttools zu installieren. Danach gab es trotzdem spezifische VM-Probleme in Bezug auf den Audioausgang von SDRs, die den Mikrofoneingang des PCs nutzen. Hier musste ein Audiotreiber (für AC97) in der VM nachgeladen werden, danach lief es. Und der Treiber speziell für den FiFi-SDR wurde nicht gefunden, dieses Problem habe ich gegenwärtig noch nicht gelöst, bin aber optimistisch, dass auch das gelöst werden wird.


HDSDR: Das Signalfenster des SDR auf Morsesignale (CW) einstellen
Starten Sie HDSDR und suchen Sie ein aktives Amateurfunkband auf. Sie möchten im CW-Skimmer erkennen können, ob HDSDR die Morsenachrichten über die Audioschnittstelle anliefert. Diese Nachrichten werden mit ziemlicher Sicherheit auf dem 40m- (in der Nähe von 7.010MHz) oder dem 20m-Amateurfunk-Band (in der Nähe von 14.010MHz) zu hören und im Waserfallfenster zu sehen sein. Legen Sie das Audiosignal Ihres SDR in HDSDR auf eine virtuelle Audioschnittstelle.

Lassen Sie HDSDR nun einfach laufen und wenden Sie sich dem CW-Skimmer zu, dort ist einiges einzustellen, nämlich: die Audioschnittstelle, die CAT-Schnittstelle und die Schnittstelle zum PSK-Reporter.

CW-Skimmer: Installation und Konfiguration

Installieren Sie das Programmpaket des CW-Skimmer wie üblich.

Nach dem Programmaufruf ist CW-Skimmer unter "Files/Settings" im Durchgang der Reiter im Kopf des Programms zu konfigurieren. Halten Sie sich bei der Konfiguration des CW-Skimmer zunächst eng an meine Vorschläge, natürlich mit Ausnahme derer, bei denen Sie es definitiv besser wissen, wie z.B. die Bezeichnung für die Audioschnittstelle, an der CW-Skimmer das Audiosignal vom HDSDR entgegennimmt. Bei mir lautet diese Schnittstelle z.B. "CABLE Input (VB-Audio Virtual Cable)".


CW-Skimmer: CAT - Übernehmen Sie die Einstellungen insbesondere für Radio 1 "Kenwood".

CW-Skimmer: Audio - Tragen Sie die virtuelle Audioschnittstelle ein.

CW-Skimmer: Radio - Übernehmen Sie die Einstellungen für "SoftRock-IF", "CW-Pitch", "Audio IF" und die "Sampling-Rate"

Übernehmen Sie die Einstellungen für "SignalI/O Device" entsprechend Ihrem HDSDR-Ausgang, "Audio I/O Device" auf den Kopfhörer, "Channels" auf "Q/I" und die "0 samples". Nachdem Sie die Schnittstelle für das Audiosignal angegeben haben, an der HDSDR das Audiosignal rausgibt - es wird sich um eine virtuelle Audioschnittstelle handeln -, und vorausgesetzt, Sie haben das Signalfenster des HDSDR auf eine Frequenz eingestellt, an der CW-Signale eines aktiven Amateurfunkbands zu hören sind -, dann können Sie im horizontal verlaufenden Wasserfallfenster des CW-Skimmers Morsezeichen erkennen. Aber damit allein haben Sie noch nicht gewonnen, denn die Frequenzanzeige von CW-Skimmer oben in der Mitte des CW-Skimmers steht noch auf "0". Das heisst, dass CW-Repoter üvernimmt noch nicht die Frequenz, die der HDSDR anzeigt, die per CAT bzw. per virtueller serieller Schnittstelle übergeben wird.


CAT / Omni-Rig:
HDSDR benutzt, so heißt es irgendwo in den Beschreibungen, einen kleinen Teil des Kenwood-Protokolls als CAT-Steuerungsstandard, mit denen die Kenwood-Funkgeräte vom PC aus steuerbar sind. Diese Information fehlte mir bei meinen ersten Versuchen, den CW-Skimmer ans Laufen zu bekommen. Klicken Sie unter dem Reiter CAT erst auf "Use Radio 1" und anschließend auf den Button "Configure". Dann öffnet sich das Fenster des Hilfsprogramms Omni-Rig. CW-Skimmer und HDSDR benutzen als Standardbibliothek für die verschiedenen CAT-Geräteprotokolle Omni-Rig. (Anmerkung: Wenn Sie Omni-Rig das erste Mal aufrufen, wird bei "Use Radio 2" "NONE" stehen. Weil ich zwei unterschiedliche SDRs mit zwei parallel laufenden HDSDRs und zwei parallel laufenden CW-Skimmer nutzen möchte, habe ich durch Kopie ein zweites Kenwood-Protokoll, nur unter einem anderen Namen, erzeugt. Die Gerätekonfigurationsdatei von Omni-Rig können mit jedem Texteditor bearbeitet werden und sind unter "C:\Programme\Afreet\OmniRig\Rigs\" zu finden.) Die Angabe des "Ports" ist abhängig von der virtuellen Seriellschnittstelle, die Sie gleich noch einrichten werden. Es kann sehr gut sein, dass auch bei Ihnen, so wie auf der Grafik zu sehen, die Auswahl "COM 3" funktionieren wird. Die "Poll"-Einstellung habe ich gegenüber der Voreinstellung auf "100" raufgesetzt, das funktioniert und lässt das Funkgerät etwas schneller antworten. Sollte Omni-Rig bei Ihnen noch nicht installiert sein, lässt es sich nachrüsten; es findet sich dort, wo man auch den CW-Skimmer normalerweise bezieht, nämlich bei http://www.dxatlas.com/OmniRig/.


CW-Skimmer: Telnet - Das ist die PC-interne Schnittstelle zur Datenübergaben an den CW-Reporter.

CW-Skimmer: Operator - Geben Sie die Angaben zu Ihrem Stationsnamen ("Callsign") und Ihren Vornamen, QTH und Locator ein.

CW-Skimmer: Misc - Übernehmen Sie die Voreinstellungen.


CW-Skimmer: Calls - Übernehmem Sie die Voreinstellungen.
Im "Softrock IF"-Modus, den haben Sie unter dem Reiter "Radio" bereits eingestellt, ist der CW-Skimmer auf ein Sampling von 48kHz voreingestellt. Mehr als 48kHz kann CW-Skimmer nicht überstreichen! Damit ist es dann möglich, eine Bandbreite von 24kHz abzutasten. Bei USB/LSB bedeutet das: Links und rechts von der Mitteneinstellung der Frequenz können Sie eine Audiobandbreite von 12kHz mitnehmen. Warum das so ist, weiß ich nicht, ich habe einfach diese Beobachtung gemacht. Eine 192kHz-Audiobandbreite kann zwar genutzt werden, doch dann kann der HDSDR den CW-Skimmer nicht per CAT steuern! Und wenn HDSDR den CW-Skimmer nicht steuert und beide nicht miteinander interagieren, dann werden keine korrekte Empfangsfrequenz übermittelt. Diese Voreinstellung des CW-Skimmers auf 48kHz-Bandbreite ist nach Auskunft des CW-Skimmer-Programmierers im Programm festverdrahtet und nicht änderbar. Es lohnt sich vermutlich also nicht, an dieser Ecke Experimente mit CW-Skimmer zu starten.

Das war es vorerst auf Seiten von CW-Skimmer. Noch wird im CW-Skimmer keine korrekte Frequenz angezeigt. Wenden Sie sich nun wieder HDSDR zu.

HDSDR: Verbindungen zum CW-Skimmer einrichten

Die Beispielkonfiguration, die hier gezeigt wird, benutzt als SDR einen FunCube Pro+, sie würde genau so aber auch mit einem FiFi-SDR oder einem Pappradio-SDR funktionieren. Ich würde mich über eine Rückmeldung freuen - und bitte fühlen Sie sich auch ein wenig zu einer Rückmeldung verpflichtet, wenn Ihnen dieser Artikel geholfen hat und Sie einen anderen SDR unter HDSDR mit dieser Anleitung ans Laufen bekommen haben.


HDSDR: Bandwidth - Einstellung der maximalen Bandbreite des Audiosignals (96000/48000) für CW-Skimmer

HDSDR: Soundcard - SDR-Signal des Empfangfensters auf eine virtuelle Schnittstelle legen, die der CW-Skimmer wiederum abgreift.

Stellen Sie in HDSDR unter Soundcard die Audioschnittstellen ein. Legen Sie auf der Input-Seite von HDSDR die Output-Quelle Ihres SDR (zum Beispiel "FUNCube Dongle") fest, und auf der Outputseite von HDSDR eine vorher von Ihnen eingerichtete virtuelle Audioschnittstelle (z.B. "Cable Input (VB-Audio Virtual Cable))". Mit Anklicken von "Apply" werden diese Daten übernommen. Wenn der CW-Skimmer nach der Konfiguration von eben noch läuft und dort auch die virtuelle Audioschnittstelle eingestellt ist, sollten Sie umgehend die typischen Morsecode-Zeichen im Wasserfall des CW-Skimmers erkennen können.

Stellen Sie unter Bandwidth die Sampling-Rate auf "Input 96000 / Output 48000" ein. Sobald bei Ihnen alles schon einmal funktioniert hat und Sie sicherer im Umgang mit den Programmen sind, können Sie hier auch 48000 / 48000 einstellen, müssen dann aber auch die IO-Bandweite weiter unten von 24.000 auf 12.000 Hz ändern. Die Verringerung der Audiobandbreite kann manchmal nötig sein, wenn bspw. ein etwas einfacherer SDR zum Einsatz kommt. Die Beispiele hier wurden mit dem FunCube Pro durchgeführt, der sogar 192kHz Bandbreite böte, die sich aber nicht mit dem CW-Skimmer nutzen lassen.

Unter Options ist nun einiges einzustellen, das für das reine Dekodieren der Digimodes keine Rolle spielte. Nun gilt es, etwas genauer hinzusehen und zu verstehen.


HDSDR: Options / RX-Input-Channel

HDSDR: Options / RX-Output-Channel

Hier stellen Sie das Format des Audiosignals ein. Das ist abhängig vom SDR, den Sie benutzen. Wenn Ihr SDR ein "Direktmischer" ist, so wie in dem hier als Beispiel genutzten FunCube Pro, dann nutzen Sie das I/Q-Verfahren.

Einen Einstieg in die drei verschiedenen Funktionsprinzipien von SDRs finden Sie im Wikipedia-Artikel über SDR. Wenn man gründlicher in das Verständnis von SDRs einsteigen möchte, dann findet man bspw. technische Grundlagen am Beispiel der Entwicklung von GNU-Radio auf der CRE-Webseite. Dort findet sich überraschenderweise auch ein spannendes Interview mit dem, immer mit interessanten Thesen aufwartenden, Tim Pritlove.


HDSDR: Options

HDSDR: Options

Anschließend ist "setLO<->Tune Offset" auf "24000" einzustellen. Dies hängt zusammen mit der bereits zuvor vorgenommen Einstellung bei Bandwidth auf "96000". Wenn Sie die Bandwidth auf "48000" reduzieren, weil Ihr SDR nur eine geringere Bandbreite überstreicht - was bei einer Kopplung des Audiosignals über den Mikrofoneingang auch daran liegen kann, dass die Audioschnittstelle Ihres PCs von minderer Qualität ist - dann können Sie hier einen Wert nur bis maximal "12000" einstellen. Wenn Sie die Bandwidth auf "192000" einstellen, muss hier der Wert auf "48000" eingestellt werden. Es funktioniert erfahrungsgemäß so, aber ich kann Ihnen nicht erläutern, was es damit auf sich hat (und bitte wie immer an den dunklen Stellen tiefer blickende Experten um eine Erläuterung der Zusammenhänge). So weit zur Steuerung des SDR durch HDSDR, dessen Datenanlieferung an den CW-Skimmer nunmehr optimal vorbereitet ist.


HDSDR: Options

HDSDR: Options
Nun gilt es, die CAT-Steuerung über die virtuelle serielle Schnittstelle einzurichten. Unter der Option "CAT To HDSDR" wird HDSDR auf die CAT-Schnittstelle eingerichtet. Entsprechend dem, was Sie unter VSPE eingerichtet haben, weisen Sie die COM3-Schnittstelle HDSDR zu (und COM2 wird CW-Skimmer zugeordnet, das kontrollieren wir gleich noch mal). Kontrollieren Sie die Baudrate (9600) und dass keine PTT-Aktionen angeschaltet sind. Dann klicken Sie "activated" an, es sollte links ein Häkchen erscheinen. Wenn das Aktivieren nicht funktionieren sollte, weil der zugewiesene COM-Port vielleicht schon durch ein anderes Programm belegt wurde, erhalten Sie darauf einen Hinweis, die Aktivierung wird nicht akzeptiert, es erscheint kein Häkchen.


CW-Skimmer: Frequenzanzeige, sobald Kontakt zwischen CW-Skimmer und HDSDR bzw. zum SDR-Steuerungsprogramm besteht

HDSDR: Options - CAT To Radio, "sync Rig 1" anklicken
Klicken Sie für den nächsten Schritt die Option darüber "CAT To Radio" an. HDSDR begreift den CW-Skimmer also als "Funkgerät", das es zu steuern gilt. Klicken Sie aus der Auswahlliste "Rig 1 Kenwood" an. Wenn Sie in der Option "CAT To HDSDR" zuvor die Schnittstelle aktiviert haben, sollten Sie nach kurzer Zeit hier die Status-Meldung "On-Line" angezeigt bekommen. Und im CW-Skimmer sollte die Frequenz des Amteurbands angezeigt werden, das auch in HDSDR angezeigt wird. Gewonnen!

Wenn die Verbindung zwischen HDSDR und CW-Skimmer eingerichtet ist und korrekt funktioniert, dann ist die Zeit gekommen, noch den letzten Installations- und Konfigurationsschritt durchzuführen. Führen Sie diesen Schritt erst aus, wenn die Frequenzen in HDSDR und CW-Skimmer übereinstimmen. Andernfalls würde der CW-Reporter natürlich falsche Niedrigstfrequenzen an den PSK-Reporter einmelden, die der PSK-Reporter dann so auch anzeigt. Und nun raten Sie mal, woher ich das so genau weiss?

CW-Reporter: CW-Skimmer und PSK-Reporter verbinden


CW-Reporter: Schnittstelle zum PSK-Reporter
Installieren Sie das Programm CW-Reporter als Verbindung zwischen CW-Skimmer und PSK-Reporter, nachdem die CAT-Steuerung zwischen den beiden Programmen korrekt funktioniert.

Nach dem ersten Aufruf werden Sie aufgefordert, die "Port-Number", das Rufzeichen bzw. den Stationsnamen, wenn man über kein Funkamateur-Rufzeichen verfügt, den Standort sowie eine Kurzbeschreibung der Empfangsanlage einzutragen. Anschließend ein Klick auf "Apply" und die Übertragung zwischen HDSDR, CW-Skimmer und dem PSK-Reporter müsste funktionieren. Dass Daten vom CW-Skimmer an den PSK-Reporter übertragen werden, können Sie das daran erkennen, dass im Fenster des CW-Reporters der Dekodierzeitpunkt, das Rufzeichen, die Empfangsfrequenz sowie der Digimode, hier "CW", angezeigt werden. Natürlich macht es guten Sinn, nach einigen Minuten zum PSK-Reporter zu wechseln, um zu kontrollieren, ob alles wie gewünscht dort angezeigt wird. Es kann dabei durchaus vorkommen, dass der PSK-Reporter zwischendurch mal eine Störung anzeigt, das ist erfahrungsgemäß häufig an den stark frequentierten Wochenenden der Fall. Ich hatte aber nie den Eindruck, dass dadurch Reports verloren gingen.


PSK-Reporter: Position 13 / 11 von 13LMR1 über alle Amateurfunkbänder am 22.01.2017, allein durch Reporten des 40m-Bandes

PSK-Reporter: Position 2 /3 von 13LMR1 im 40m-Band am 22.01.2017
Während des Schreibens an diesem Artikel habe ich mit Hilfe des FunCube Pro, der an einem 23m-endgespeisten, auf 40m resonanten Draht angeschlossen war, HDSDR, WSJT-X und des CW-Skimmers auf dem 40m-Band CW- und JT-Signale empfangen und dekodiert. Nach ca. 20 Stunden wurde 13LMR1 auf Platz 2 in den Reports und auf Platz 3 in der Anzahl der empfangenen Länder angezeigt. Am Tag zuvor gelang eine ähnlich gute Platzierung im 80m-Band, und davor sogar Position 1 im relativ exotischeren 30m-Band. Eine lange frei draußen hängende Drahtantenne auf dem Lande gilt vielen Funkamateuren natürlich als Luxus, aber der ganze Rest, der an diesen Ergebnissen beteiligt ist, ist preislich und technisch low level. Die schwedische Station SM4FMB, die in der Position vor der meinen liegt, und eine gute Handvoll auch der nachfolgenden Stationen, empfangen nicht nur in einem Amateurfunkband und reporten das, man spricht auch vom "Spotten", sondern sie dekodieren parallel mit vermutlich mehreren Empfängern über viele Bänder hinweg. Und das auch schon seit viele Tagen oder vielleicht sogar auch Wochen dauerhaft am Stück. Mal ein gutes Ergebnis an einem Wochenende auf einem Band ganz oben stehend einzufahren, so wie hier vorgeführt, ist mal hinzubekommen. Aber es ist eine andere Sache, über alle Bänder hinweg stabil ein solches Reporting sicherzustellen. Denn es ist nicht so, dass man das Setup, so wie ich es in dieser Artikelserie dargestellt habe, über viele Stunden unbeaufsichtigt laufen lassen kann. Es verstellen sich Schnittstellen und Einstellungen, unerklärlich aber der Fall, und dann würden dem PSK-Reporter falsche Nachrichten geschickt werden, was natürlich ein ganz besonders peinlicher Verstoß gegen die Spotter-Ehre wäre.

Für mich brachte diese Aktion die Erkenntnis, dass man mit einfachen Mitteln - Antenne und einem einfachen Empfänger (eher bspw. vom Schlage eines Pappradios als eines RTLSDRs) - gut beurteilen kann, wie die Ausbreitungsbedingungen sind. Die anderen Stationen, man trifft immer wieder im Ranking auf SM4FMB, Analysis oder auch HB9HFN, insbesondere in der Nähe kann man als Referenz herannehmen und, durch Eingabe von deren Rufzeichen im PSK-Reporter, nachsehen, was die gerade gehört haben. Was sagt mir das? Warum hat der jetzt die Station auf den Aleuten gespottet und ich nicht? Die anderen Stationen in der Nähe machen das genau so, insbesondere diejenigen, die auch senden, und schauen mal unter meinem Stationszeichen nach. Das Reporting bzw. Spotten ist somit ein Service für die Funkamateure und SWLer.

Man könnte gut einen SWL-Contest auf der Basis des Rankings im PSK-Reporter durchführen, die Disziplinen: Ranking in einem Amateurfunkband, Ranking über alle Amateurfunkbänder. In einem Diksussionsforum im Internet traf diese Idee auf keinen Widerhall.


PSK-Reporter: Position 1 / 1
von 13LMR1 im 30m-Band am
16.01.2017

PSK-Reporter: Position 2 / 2
von 13LMR1 im 80m-Band am
21.01.2017
Zu meiner Überraschung führte das solide Reporting im 40m-Band dazu, dass mein Stationszeichen 13LMR1 auch im All-Ranking aufgeführt wurde. Das unterstreicht, dass man vor allem das 40m-Band mitnehmen muss, wenn man mal möglichst weit oben im All-Ranking gelistet werden möchte. Insgesamt zeigt sich auch, wie sehr selbst ein billiger SDR einem konventionell schmalbandigem KW-Empfänger beim Dekoden von Digimodes in den Amateurfunkbändern überlegen ist.








Zurück zur Artikel-Übersicht