Martin Rost
Publikationen

Digitalfunksignale im Amateurfunk


Artikel 4: PSK-Reporter-Ranking


Martin Rost
https://www.maroki.de/pub/technology/digidecode/digidecode.html
Kontakt: 13LMR1@webDLT.de (entferne/delete DLT)
Version: 1.1, 2017/01

  • Ergänzung 2017-0129: Hinweise auf virtuelle Desktops, virtuelle Maschinen und Überarbeitungen redaktioneller Art




In diesem Artikel werden Kenntnisse der vorausgehenden drei Artikel über Digimodes vorausgesetzt (Zurückblättern zur Artikel-Übersicht).


PSK-Reporter, System statistics: Zeigt Stationen (ganz überwiegend Funkamateure) an, die in den vergangenen 24h über sämtliche Amateurfunkbänder hinweg die meisten Empfangsreports an den PSK-Reporter geschickt haben (hier: 2017-0101).
Viele Funkamateure und SWL (Short-Wave-Listener), die automatisiert Empfangsmeldungen von ihren Dekodierprogrammen an den PSK-Reporter (PSK-R) versenden, entwickeln den Ehrgeiz, dort mal unter den Top 20 gelistet zu werden. Um in nur einem der Amateurfunkbänder gelistet zu werden, braucht es neben einem üblichen Empfänger vor allem eine gute Empfangsantenne und ein überlegtes Ausreizen der Dekodiermöglichkeiten. Manchmal reicht es dafür auch schon, den Empfänger auf einem der weniger genutzten Amateurfunkbänder 24 Stunden lang lauschen und reporten zu lassen. Um über sämtliche Amateurfunkbänder hinweg unter den Top20 gelistet zu werden, bedarf es natürlich eines größeren Aufwands. Den Aufwand kann man durch ein paar Überlegungen in Grenzen halten, insbesondere dann, wenn so wie unter den aktuell schlechten Bedingungen (Jahreswechsel 2016/2017), einige Amateurfunkbänder tagsüber dicht und nur nachts offen sind, oder umgekehrt. Eine passable Ausstattung verlangt 2 passable Antennen, an denen insgesamt sechs KW-Empfänger über Antennenweichen angeschlossen sind. 4 der Empfänger sollten SDRs sein, die an 2 mittelprächtigen PCs betrieben werden. Dieser Texte versammelt einige Strategien, um im PSK-R-Ranking der Kategorie "All" gelistet zu werden. Unter den gegenwärtigen Umständen des Funkwetters (siehe die Flux-Grafik) bedeutet das, dass man mindestens 4000 Reports einmelden muss. (Lesenswert ist der Wikipedia-Artikel über Hintergründe zu DX-Clustern, der u.a. auch kritische Aspekte solcher Plattformen wie dem PSK-Reporter versammmelt und zudem auf Alternativen hinweist.)


Flux-Funkwetter-Prognose (2017-0101, 07.11 Uhr Ortszeit)
Wenn man über nur wenige Gerätschaften verfügt - d.h. konkret: über einen einzigen SDR an einer passablen Antenne -, kann man realistisch anstreben, dass das eigene Stationszeichen im Top20-Empfangsranking auf einem einzigen Amateurfunkband gelistet wird. Es lassen sich eine ganze Reihe an Überlegungen anstellen, welches Band man dafür auswählen sollte. Reports im 20m-, 30m- und 40m-Band einzusammeln, funktioniert verlässlich. Dort zu reporten bringt Spaß, wenn in WSJT-X in einem Durchgang bspw. gleich 18 dekodierte Stationen angezeigt werden. Aber dort ist die Konkurrenz natürlich auch besonders groß. Auf diesen Bändern tummeln sich gerade diejenigen Funkamateure, die hohen technischen Aufwand beim Empfang betreiben. Was ich hier vorstelle sind die Möglichkeiten auf technischem und finanziellen low level, also im Rahmen der QRP-Kultur auch auf der Empfangsseite. Man könnte sich insofern für andere Amateurfunkbänder entscheiden, in denen weniger los ist und in denen Empfangsmeldungen für die Sender tendentiell deshalb auch sinnvoller sind. Aber natürlich hängt die Entscheidung vor allem davon ab, welche Signale mit der vorhandenen Technik besonders gut empfangen werden können. Nachts über passiert bspw. derzeit auf dem 10m-Band weltweit gar nichts. Tagsüber sind hin und wieder Aktivitäten festzustellen, manchmal nur für wenige 10min. Auf dem 80m-Band passiert wiederum tagsüber international eher wenig, während nachts von Deutschland aus Stationen aus zumindest ganz Europa erreicht werden. Das 6m-, 12m, 60m oder auch das 30m oder 160m-Band sind schon etwas exotischere Bänder, wobei das 6m-Band ("50"MHz, schafft nicht mehr jeder SDR für KW) gut geeignet ist, um mit der KW-Antenne von Lamdahalbe-Drahtantennen, empfangen zu werden. Insofern kann es sich im Sinne des Erreichens eines guten Rankings also lohnen, sich genau auf diesen etwas exotischeren Bändern auf die Lauer zu legen und den Empfänger mal durchlaufen zu lassen. Mein Tipp lautet für schlechte Funkbedingungen, es entweder tagsüber im 6m oder im 24h-Betrieb im 30m-Band zu versuchen.

Für meinen ersten Versuch, vom PSK-R unter "All" gelistet zu werden, habe ich eine Vertikalantenne A99 (resonant auf 10m und 15m, genutzt aber auch für 17m und 20m) sowie einen horizontal gespannten Draht (für 20m, 30m, 40m, 60m, 80m, 160m) genutzt. Als KW-Empfänger habe ich mehrere der guten SDRs für (S1, FunCubePro, FiFi, 2 Pappradios), zwei AFU-Funkgeräte aus der unteren Preisklasse (Icom706MK2, TS120-S) sowie ein KW-Radio (Sangean ATS909) genutzt. Die Software lief an zwei mittelmäßig leistungsfähigen PCs (AMD, i7).


Passive Antennensplitter (von DO2PHS).

Unmengen an Antennen-Verbinder
Technisch gilt es einiges für den "Parallelbetrieb" von mehreren KW-Empfängern auf einem PC vorzubereiten: Man braucht zunächst einmal jede Menge an Antennensteckern und an kurzen Koaxkabeln zur Verbindung von Antennen und Empfängern. Als Stecker-Standard für Kurzwelle nutze ich vorwiegend "BNC", nicht "PL", nicht "N" (bzw. nutze Adapter, weil meine Außenantennen mit diesen Kabelstecker ausgestattet sind).

Ohne Antennensplitter geht gar nichts; wer hat schon das Glück, für jedes Amateurfunkband eine eigene Monoband-Antennen nutzen zu könnnen. Mir standen sehr günstige Passivsplitter zur Verfügung, die das Antennensignal aber natürlich dämpfen. Es gibt auch Aktivsplitter für den KW-Bereich, die die Signalverluste beim Auftrennen kompensieren:

  • Neugeräte: NTi DiRa Splitt 300 (3 Ausgänge) / Elad ASA-15 (5 Ausg.) / RF Systems DA-4 oder DA-8, (4 oder 8 Ausg.) - Ein Vergleich von DiRa - ASA auf Fenu-Radio zeigte praktisch keine Unterschiede. Weitere Infos zu ASA-Splittern finden sich z.B. bei WiMo;
  • Gebrauchtgeräte: Rohde & Schwarz NV14T (10 Ausg.) / RFT AVV01K oder AVV01LMK (10 Ausg.), Telefunken V1223 KW/1 (4 Ausg.). Profigeräte, die für um die 100 Euro gebraucht zu haben sind.

Über die Zeit habe ich unterschiedliche SDR mit unterschiedlichen Schnittstellen gekauft. Diese lassen sich parallel an einem PC betreiben, mit einer Ausnahme: Den FunCubePro und den Fifi kann ich bei mir nicht auf dem gleichen PC laufen lassen. Die beiden Pappradios muss ich ebenfalls getrennt betreiben, zwei PCs zu nutzen löst diese Probleme auf schlichte Weise. Ich habe nicht ausprobiert, ob der Parallelbetrieb gleicher SDRs am gleichen PC aber unter verschiedenen Steuerungsprogrammen möglich ist.


PSK-R: Statistik über die verwendeten Digimodes der vergangenen zwei Stunden (2017-0101)
Es muss außerdem die Frage geklärt sein, ob am PC für die SDRs und das Einspielen von Audiosignalen hinreichend viele USB-Schnittstellen zur Verfügung stehen. Gegebenenfalls muss man getestet funktionierende USB-Replikatoren hinzunehmen, die sowohl Soundkarten vertragen als auch mehrere SDRs mit Strom versorgen können.

Ferner müssen genügend externe Audio-Mikrofon-Schnittstellen zur Verfügung stehen. In meinem Falle musste jeder der beiden PCs noch mindestens eine zusätzliche externe Audioschnittstellen bedienen. Es kam bei mir der SignaLink und eine alte Soundbox von Soundblaster zum Einsatz sowie ein kleiner USB-Soundstick. Es zeigte sich, dass einige dieser externen Audioschnittstellen dann doch nicht hinreichend verlässlich funktionierten, insbesondere, wenn man sie aus irgendeinem Grund mal abnehmen musste und dann wieder ansteckte und die Audio-Schnittstellen anschließend nicht gefunden wurden. Das ist dann ärgerlich, wenn auf dem System bereits alles aufwändig eingerichtet wurde und bereits heftig dekodiert und reportet wird, aber nun ein Neustart und Neuaufbau anstünde, was durchaus 30 Minuten Dekodierausfall bedeuten kann.

Sobald der Parallelbetrieb bei der Hardware steht, sollte man sich vergewissern, ob die eingesetzte Software ebenfalls parallel betrieben werden kann. HDSDR, WSJT-X und fldigi können unter W7 mehrfach aufgerufen und betrieben werden. Es stellte sich dann aber schnell heraus, dass es schwierig ist, auf einem typischen 28-Zoll-FullHD-Bildschirm den Überblick zu behalten, wenn alle Programme mehrfach aufgerufen kontrolliert werden müssen: Welches SDR-Steuerungsprogramm spielt mit welchem Dekoder zusammen und über welche Audioschnittstellen sind die miteinander verbunden? Hier hilft es sehr, wenn man dem gleichen Programm unterschiedliche Namen zuteilt und über diese Namen (und Positionen untereinander auf dem Bildschirm) dann die "zusammenghörigen" Programme zuordnet. Was man am Ende wirklichen am Bildschirm sehen und kontrollieren möchte, sind die Decodes von WSJT-X und fldigi, die müssen immer wieder überprüft werden. Es ist nicht so wichtig, HDSDR permanent im Blick zu behalten, nachdem man die optimalen Einstellungen gefunden hat.

Wenn der Platz auf einem Desktop nicht ausreicht, und auch schon ein zweiter Bildschirm angeschlossen ist, kann man ihn zumindest virtuell vergrößern. Was unter Linux ein ganz alter Hut und praktisch in jeder Distribution mit XWindows dabei ist, muss man unter Windows extra installieren. Ich nutze dafür das Programm "Dexpot", mit dem man auf mehrere Desktops parallel zugreifen kann (Desktops-Download bei Heise). Drei Desktops für 3 SDRs inklusiver aller Dekodierprogramme im Parallelbetrieb, das reizt einen PC schon ganz schön aus. (Hinweis: Eine noch feinere Lösung als nur virtuelle Desktops zu nutzen besteht darin, das Dekoden in virtuellen Maschinen durchzuführen, das hat viele Vorteile. Dazu gebe ich einige Hinweise im Artikel 6.)

Ich habe für Mehrfachaufrufe des gleichen Programms unterschiedliche bezeichnete Links auf die Programme vorbereitet (bei HDSDR kann man im Aufruf als Parameter auch gleich den zu verwendenden SDR mit angeben). Es macht Sinn, in die Namensbezeichnung des Links zusätzlich ein Kürzel für die Audioschnittstelle vorzusehen. Ich benutze für die virtuelle Schnittstelle "CABLE" bspw,. das Kürzel "C0", für "CABLE A" -> CA, "CABLE B" -> CB, für die Schnittstelle "Virtual Audio-Cable Line1" -> "C1" usw. sowie für die Mikrofoneingänge der PCs "D1", "D2" und "D3".

  • Definition Programmname bei HDSDR: "HDSDR.exe" -p CA
  • Definition Programmname bei WSJT.X: "wsjtx.exe rig-name=CA"
  • Definition Programmname bei fldigi: "fldigi.exe" -title CB

Wenn auch die Software konfiguriert und für Parallelbetrieb vorbereit ist, sollte man sich auf die Funkbedingungen vorbereiten. Es gilt eine Strategie für die Verteilung der Empfänger und der Digimodes festzulegen. Dabei hilft ein Blick auf die Karten des PSK-Reporters. Daran kann man die aktuelle Funkwetterlage erkennen und welche Digimodes genutzt werden. Ich hatte, aus einer traditionellen Verbundenheit heraus, bei meiner ersten parallelen Dekodier-Versuchen unterschiedlicher Digimodes immer auch Ressourcen für den Empfang von RTTY-Sendungen aufgewandt. Und natürlich kommen ab und an RTTY-Sendungen herein, was sich jedoch, wenn man ordentliche Dekodierzahlen erreichen will, mit Blick auf die Statistik und bei knappen Ressourcen an Empfängern, Antennen- und Audioschnittstellen nicht lohnt.

Wenn man allerdings anstrebt, nicht nur irgendwo hinten unter den Top20 zu landen, lässt man am besten natürlich gar nichts liegen, auch nicht RTTY- oder Sim31- und erst Recht nicht CW-Signale. Das automatisierte Dekoden von CW ist besonders voraussetzungsvoll. fldigi kann das zwar grundsätzlich, erfahrungsgemäß bekommt es das aber nicht in einer Qualität hin, die zu automatisierten Empfangsmeldungen an den PSK-R führt. Als Spezialistenprogramm gilt CW-Skimmer, das ganz erstaunlich gute Resulate bringt. Das Programm kostet Geld (2017: 94 Euro, 30-Tage-Testphase). Der Einsatz u.a. des CW-Skimmers macht den Unterschied zwischen Stationen, die ausschließlich JT- und PSK-Signale dekodieren, zu den Top-Empfangsstationen wie HB9ARI, W4DJW oder KK1D, die den CW-Skimmer einsetzen und dabei verlässlich in den vergangenen Monaten unter den Top3 der wichtigsten AFU-Bänder gelistet waren. In Artikel 6dieser Serie zeige ich die Konfiguration des CW-Skimmers. Um im PSK-Reporter gelistet zu werden, muss man den CW-Skimmer nicht anwerfen. Der Artikel zum CW-Skimmer war ursprünglich kein Teil dieser Artikelserie, sondern ist später hinzugekommen.

Aus der PSK-R Grafik die zeigt, welche Digimodes in den vergangenen zwei Stunden eingesetzt wurden, ist ersichtlich, dass es lohnt, die Digimodes JT65, JT9, PSK31 und PSK63 mitzunehmen. WSJT-X kann sehr komfortabel, bei einer Bandbreite von 5kHz, beide Signalformen JT65 und JT9 gemeinsam in einem Durchgang dekodieren. PSK31 und PSK63 werden im gleichen Frequenzbereich gesendet, weshalb fldigi gleich zwei Mal gestartet werden sollte, einmal zum Dekoden von PSK31 und einmal zum Dekoden von PSK63, beide Programme können an der gleichen Audioschnittstelle lauschen.

Den PSK-Reporter für die Funkwetter- und Digimodenutzungs-Prognose nutzen

Die nachfolgenden Screenshots und Statistiken wurden am 1. Januar 2017 abends erstellt:


Rangliste 160m-AFU-Band

Tabelle 1 - 160m-Band / Aktivität: nachts über, Modes: JT65, Mittelplatz: 350 Reports


Rangliste 80m-AFU-Band

Tabelle 2 - 80m-Band / Aktivität: nachts über, Modes: JT65 PSK31, Mittelplatz: 1000 Reports


Rangliste 60m-AFU-Band

Tabelle 3 - 60m-Band / Aktivität: nachts über, Modes: JT65, Mittelplatz: 900 Reports


Rangliste 40m-AFU-Band

Tabelle 4 - 40m-Band / Aktivität: überwiegend nachts, Modes: JT65 PSK31, Mittelplatz: 3000 Reports


Rangliste 30m-AFU-Band

Tabelle 5 - 30m-Band / Aktivität: Tag und Nacht, Modes: JT65, Mittelplatz: 800 Reports


Rangliste 20m-AFU-Band

Tabelle 6 - 20m-Band / Aktivität: überwiegends tags, Modes: JT65 PSK31, Mittelplatz: 2000 Reports


Rangliste 17m-AFU-Band

Tabelle 7 - 17m-Band / Aktivität: tagsüber, Modes: JT65, Mittelplatz: 250 Reports


Rangliste 15m-AFU-Band

Tabelle 8 - 15m-Band / Aktivität: tagsüber, Modes: JT65, Mittelplatz: 400 Reports


Rangliste 12m-AFU-Band

Tabelle 9 - 12m-Band / Aktivität: wenig


Rangliste 11m-AFU-Band

Tabelle 10 - 11m-Band / Aktivität: tagsüber, Modes: ROS Sim31, Mittelplatz: 15 Reports


Rangliste 10m-AFU-Band

Tabelle 11 - 10m-Band / Aktivität: tagsüber, Modes: JT65, Mittelplatz: 15 Reports



PSK-R: Aktuell (2017-0101) sind kaum Aktivitäten auf dem 10m-Band zu verzeichnen; am März 14.3.2015 sah die Situation auf dem Band anders aus.
Zusammengefasst ist die aktuelle Funkwetter- und Digimode-Situation somit die folgende:



AFU-
Band
Aktivität Digimode / Frequenz Mittelplatz
für Reports
160m nachts JT65 JT9 / 1.838 350
80m nachts JT65 JT9 / 3,576
PSK31 PSK63 / 3,576
1000
60m nachts JT65 JT9 / 5.358 900
40m überwiegend
nachts
JT65 JT9 / 7.076
PSK31 PSK63 / 7.040
3000
30m Tag & Nacht JT65 / 10.138 800
20m überwiegend
tags
JT65 JT9 / 14.076
PSK31 PSK63 / 14.070
2000
17m tags JT65 JT9 / 18.103 250
15m tags JT65 JT9 / 21.076 400
12m tags (JT65) -
11m tags - -
10m tags JT65 / 28.076 15

Tabelle 12: Zusamenfassung der Funkaktivität,
der wichtigsten Digimodes und der erstrebenswerten
Anzahl an zu erzielenden Reports in den AFU-Bändern.

Strategie festlegen, um die Ressourcen für den KW-Empfang optimal einzusetzen


Flux-Funkwetter-Prognose für den 2.01.2017, 10.40 Uhr Ortszeit
Mit folgender Strategie würde ich bei dieser Funkwetter-Prognose versuchen, unter die Top20 des PSK-Reporters zu gelangen: Der Vergleichstests der KW-Empfänger für die verschiedene Amateurfunkbänder (siehe den Artikel 3 aus dieser Serie) legt nahe, die Empfänger den Antennen und AFU-Bändern zuzuordnen. Acht Amateurfunkbänder sind aus quantitativer Sicht dabei überhaupt nur interessant. Der Empfang auf 20m, 30m, 40m und 60m sollte 24 Stunden durchlaufen. Es bietet sich an, dafür das PappradioA (20m, ext. Audio, für JT/PSK), den FiFi (40m, für JT/PSK), den Ic706 (30m, für JT, ext. Audio) und den S1 (60m, für JT) zu nehmen. Diese Empfänger würden in meinem Falle auf dem AMD-PC 24h durchlaufen. Tagsüber kämen hinzu 15m (FunCube) und 17m (PappradioB), die abends wechseln würden auf 80m (FunCube) und 160m (PappradioB). Diese würden auf meinem i7-PC laufen und dort relativ weniger Last erzeugen, ich könnte den Rechner noch nebenher für Anderes nutzen. Zum Tag-Nacht-Wechsel stünde bei Zweien der Wechsel der Antennen an: 20m/PappradioA und 30m/IC706 kämen von der H23 an die A99 und 80m/FunCube und 160m/PappradioB kämen von der A99 an die H23. Zum Nacht-Tag-Wechsel am Morgen würde wieder gewechselt werden: 20m/PappradioA und 30m/Ic706 an die H23, 15m/FunCube und 17m/PappradioB an die A99. Klingt kompliziert, ist es ja auch ein bißchen. Wenn man über mehr Empfänger und Antennen- und Audio-Schnittstellen verfügt, würde man die einfach einmal einrichten und auch durchlaufen lassen, wenn kein Empfang zu erwarten ist. So war ich ursprünglich auch vorgegangen. Und wenn das Funkwetter bspw. im Sommer auch für das 10m-Band gut ist, dann muss man auch diesen Mehraufwand beim Parallelbetrieb betreiben.


13LMR1 bzw. DO4LMR: Die Hardware im Einsatz
Es stünden mir noch vier weitere KW-Empfänger zur Verfügung: Der TS120-S, der SangeanAT909, der RTLSDR2832 und die AE5890EU. Diese Geräte machen relativ am meisten Probleme: Der TS120 kann nur 80m, 40m, 30m, 20m, 15m (und 10m), man kann ihn also nicht universal genug zum Schlendern auch über die anderen exotischeren Frequenzen (60m, 30m) nutzen, obwohl er einen ganz guten Empfänger hat. Wenn alle Bänder 24h Stunden zu überwachen wären und ein Tag/Nachttausch nicht sinnvoll ist, würde ich den TS120 fest auf das Reporting des 15m-Bands ansetzen. Der ATS909 ist von der Handhabung relativ am unkomfortabelsten. Bei 24h-Dauerlauf mit festen Zuordnungen würde der für das 160m-Band abgestellt. Der RTLSDR ist kompliziert in der Schnittstellen-Konfiguration und beim Kalibrieren; ich musste meine HDSDR-Konfiguration durch Frequenzkorrekturen für den RTLSDR so dermaßen verstellen, dass der HDSDR für die Nutzung mit anderen SDR erst einmal verkonfiguriert war. Knapp formuliert: Das Teil nervt bei ohnehin nur mäßigen Empfangsleistungen. Die AE5890EU würde auf dem 10m-Band eingesetzt werden, was mir schon mal zu einer Top5-Platzierung auf dem 10m-Band einbrachte. Wenn das Funkwetter besser wäre, dann wären sicher auch mehr Aktivitäten auf dem 12m-Band, dass die AE5890EU ebenfalls bedienen könnte. Ein Platz an einer Antenne stünde nur an der A99 zur Verfügung. Die A99 bringt auf 40m nur noch halb so viele Signale auf den Bildschirm wie die H23, aber immerhin läuft sie auf 10m perfekt. Gleichwohl macht es auch an der A99 Sinn, einen Empfänger als universellen Fallback-Empfänger mitlaufen zu lassen, wenn mal bei einem anderen Empfänger irgendwas nicht funktioniert oder um ein Band zu beobachten, ob man eine Antenne oder einen Empfänger auf eine andere Frequenz wechseln sollte.


13LMR1 bzw. DO4LMR: 2 Rechner mit Software am Decoden, you must be well organized
Die nachfolgende Tabelle ist nicht mehr die, mit der ich den ersten Versuch ins Rankung zu gelangen durchgeführt hatte. Ich musste beim Aufbau der Komponenten im laufenden Betrieb vielfach improvisieren, auf andere Empfänger schwenken, weil z.B. Audioschnittstellen ausfielen - und zwar nicht nur die Hardware-Soundkarten sondern auch die virtuellen Schnittstellen, auf denen mit einem Mal kein Signal mehr anlag... und es tatsächlich anstand, den PC neu zu starten und alles von Grund auf neu aufzubauen. Was Zeit kostete. Die nachfolgende Tabelle enthält den Plan, mit dem ich in den zweiten Versuch, ins PSK-R-Ranking zu gelangen, startete:


Empfänger
Steuerung
Antenne
am Splitter
AFU-
Band
Digimode / Frequenz Programm USB Audio
PappA
HDSDR-C0
HDSDR-NXT2
H23 Tag
A99 Nacht
(<->PappB)
20m JT65 JT9 / 14.076
PSK31 PSK63 / 14.070
WSJT-C0
fldigi-L1 2x
AMD-USB1 MicInt
C0 / L1
Ic706
direkt
H23 Tag
A99 Nacht
(<->FiFi)
30m JT65 / 10.138 WSJT-D1 AMD-USB2 SndBl
FunCube
HDSDR-CB
HDSDR-L2
H23 40m JT65 JT9 / 7.076
PSK31 PSK63 / 7.040
WSJT-CB
fldigi-L2 2x
AMD-USB3 CB / L2
FDM-S1
S2
H23 60m JT65 JT9 / 5.358
PSK31
WSJT-CA
fldigi-L3
AMD-USB4 CA / L3

Tabelle 13: KW-Empfänger, die 24h unverändert laufen und die "Grundversorgung"
mit Reports für die aktivsten AFU-Bänder liefern (PC 1)


Empfänger
Steuerung
Antenne
am Splitter
AFU-
Band
Digimode / Frequenz Programm USB Audio
FiFi
HDSDR-C0
HDSDR-L1
A99
(<->Ic706)
15m JT65 JT9 / 21.076 WSJT-C0
fldigi-L1 2x
USB1 C0 / L1
PappB
HDSDR-CA
A99
(<->PappA)
17m JT65 JT9 / 18.103 WSJT-CA USB2 MicInt
CA
ATS909
direkt
(Fallback)
A99 alle JT / PSK WSJT-D3
fldigi-D3
USB3 SignL

Tabelle 14: KW-Empfänger, die zusätzlich am Tag laufen (PC 2)


Empfänger
Steuerung
Antenne
am Splitter
AFU-
Band
Digimode / Frequenz Programm USB Audio
FiFi
HDSDR-C0
HDSDR-L1
H23
(<->Ic706)
80m JT65 JT9 / 3,576
PSK31 PSK63 / 3,576
WSJT-C0
fldigi-L1 2x
USB1 C0 / L1
PappB
HDSDR-CA
H23
(<->PappA)
160m JT65 JT9 / 1.838 WSJT-CA USB2 MicInt
CA

Tabelle 15: KW-Empfänger, die zusätzlich in der Nacht laufen (PC 2)


  • Kontrollieren nach Start HDSDR:
    • Darauf achten, dass das Programm nicht sofort läuft, sondern erst nach Anklicken des "Start"-Buttons.
    • AFU-Band einstellen. Und dabei die Empfangsfrequenz-Bandbreite insgesamt gleich so wählen, das sowohl die JT als auch der PSK-Frequenzen einstellbar sind. Dies ist wichtig für den Parallelbetrieb auf der gleichen Hardware.
    • Das Empfangsfenster optimal auf die Signalsituation einstellen
    • Audiosignal In / Out einstellen
    • Squelch-Einstellung und Aussteuerung der Lautstärke des Signals (Squelch ist im S-Meter integriert, roter Strich, gleich mal nachgucken und ausprobieren; es hatte mich Stunden gekostet, bis ich erkannte woran es lag, dass HDSDR kein Signal lieferte)
    • Nach dem Start ist es möglich, im unteren rechten Fenster die Audio-Bandbreite einzustellen: für WSJT-X: 5kHz, für fldigi: 3kHz.
  • Kontrollieren nach Start WSJT-X:
    • AFU-Band einstellen
    • Audiosignal In (/ Out auf ungenutzte Schnittstelle legen) einstellen, optimal: 30dB (am besten an Quelle (z.B. HDSDR), weniger hier)
    • Squelch-Einstellung und Aussteuerung der Lautstärke des Signals
    • Stationszeichen korrekt? Locator korrekt?
    • Einstellung für Reporting PSK-Reporter
    • Wenn Bedarf: Save/Logfile anstellen
  • Kontrollieren nach Start fldigi:
    • AFU-Band einstellen
    • Audiosignal In (/ Out auf ungenutzte Schnittstelle oder auf Kopfhörer legen) einstellen
    • Digimode einstellen
    • Squelch-Einstellung und Aussteuerung der Lautstärke des Signals
    • Stationszeichen korrekt? Locator korrekt?
    • Einstellung für Reporting PSK-Reporter: -> "Initialisieren". Und dann darauf achten, dass die Anzeige "Spot" oben rechts auf "grün" eingestellt ist.


PSK-R: Statistics, 3.1.2017, gegen 9 Uhr: Geschafft! 13LMR1 steht auf Platz 15 und 16 der "all"-Statistik
Erkenntnisse nach den ersten zwei Versuchen:
  • Mit höchster Priorität aufpassen, dass man keine falschen Meldungen bzgl. der Bandwahl rausschickt. Typische Konstellation: HDSDR wird tagsüber umgestellt auf 20m, bei fldigi oder WSJT-X ist noch die abendliche 80m-Frequenz eingestellt. Und auf einem Mal ist man weltweit aufgrund der vielen Meldungen tagsüber ein Empfangsheld auf dem tagsüber quasi inaktiven 80m. Vermutlich ist das für einige zehn Minuten schon vielen SWL passiert. Ich bin unsicher, aber ich habe den Eindruck, dass der PSK-Reporter derartige Falschmeldungen erkennt.
  • Zwei Soundkarten liefen nicht wie gewünscht, die eine erst gar nicht wie vorgesehen an einem bestimmten Rechner, die andere lief nach einmal Abnehmen kein zweites Mal an. Es war zu riskant, deshalb den ganzen Rechner neu zu starten. Damit fiel ein Band aus, deshalb meine Empfehlung von oben: Wenn möglich einen Fallback-Empfänger zu betreiben.
  • Die virtuelle Audioschnittstellen machten auf einem Rechner wiederholt Probleme, mit einem Mal lagen keine Signale mehr an. Manchmal vergisst HDSDR auch die Schnittstelle des Eingangssignals.
  • Es gibt keinen Grund, die etwas weniger konventionellen Bänder wie 17m und 60m zu meiden, sie haben beim ersten Versuch viele Reports beigesteuert.
  • Auf 20m, 40m und 80m wird sehr viel PSK, auch PSK63 betrieben.
  • Die wichtigste Einsicht: Bei dem gegenwärtigen Funkwetter (2017-0102) reicht es, wenn man 4 fest zugeordnete und 2 flexible Empfänger am Laufen hat, die man je nach Bandaktivitäten einsetzt. Die oben formulierte Strategie (4 feste + 2 wechselnde Empfänger) und die Tabellen sind bereits eine Umsetzung dieser Einsicht.
  • Ich brauch noch zwei weitere Antennensplitter.





PSK-R: Statistics, 3.1.2017, kurz vor 8 Uhr: Stationen, die 13LMR1 in den vergangenen 22 Stunden empfing.

Ach ja, das Ergebnis: Ich habe am 2.1.2017 gegen 07.30 mit dem Aufbauen begonnen, gegen 10.00 lief dann alles das erste Mal vollständig. Gegen 24 Uhr, als ich zu Bett ging, war das Kennzeichen meiner Empfangsstation "13LMR1" nicht in den Statistics des PSK-Reports aufgeführt. Am nächsten Morgen gegen 7 Uhr war es dann dort zu finden: Plätze 15 und 16 in der Kategorie "all". Gegen 9 Uhr brach ich das Reporting ab, bis ca. 10 Uhr hätte ich noch mehr einsammeln können, die Zahl der Reports stieg auch noch weiter, doch im Ranking wirkte sich das nicht mehr aus.








PSK-R: Statistics, 7.1.2017, beim 2. Versuch landet "13LMR1" auf Platz 12 und 19 der "all"-Statistik
Und wenige tage später, am 6./7.1. habe ich den Versuch nach der obigen 4+2-Strategie wiederholt. Meine Station landete bei den Reports 4 Positionen weiter vorn als beim ersten Vrsuch, was auf die wesentlich bessere Vorbereitung und Beobachtung der unterschiedlichen Empfangsbedingungen auf den Bändern zurück zu führen ist. Mit den vorhandenen Mitteln vielleicht auch noch unter die Top10 zu gelangen, wird allerdings schwierig. Es müssten, nur durch bessere Organisation des Vorhandenen, noch etwa 10% mehr Dekodierungen gelingen.




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